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PIONEER - Die Zukunft auf dem Teller

Nachhaltig. Gesund. Lecker.

Intro

Auf dieser Seite dreht sich alles um Lebensmittel von morgen: Forschungs- und Entwicklungsprojekte untersuchen, wie neue Proteinquellen zur Vielfalt unserer Ernährung beitragen können und gehen dabei Fragen rund um Umwelt, Gesundheit und Geschmack nach.

© The 2R Artificiality: Adobe Stock

Warum wir heute neu denken

Warum wir heute neu denken

Was wir essen, kann sowohl unsere persönliche Gesundheit als auch die Umwelt beeinflussen. Insbesondere die Erzeugung tierischer Lebensmittel ist häufig mit einem hohen Bedarf an Fläche, Wasser und Energie verbunden und kann mit relevanten Treibhausgasemissionen einhergehen.

Ein erweitertes Angebot an proteinreichen Lebensmitteln ist auch aus Gründen der Versorgungssicherheit und des Tierwohls notwendig. Forschungsprojekte zu alternativen Proteinquellen gehen daher der Frage nach, wie Ernährungssysteme effizienter, resilienter und vielfältiger gestaltet werden können, ohne dabei Genuss oder Nachhaltigkeit aus dem Blick zu verlieren.
 


Hintergrund: © chokniti Adobe Stock

Proteine

Was sind Proteine?

Proteine - auch Eiweiße genannt - sind grundlegende Bausteine unseres Körpers: Sie sind Bestandteil von Muskeln, Gewebe, Haut und Haaren. Aufgebaut sind sie aus Aminosäuren, von denen einige lebensnotwendig sind, weil der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Daher müssen wir sie über die Nahrung aufnehmen. 

Wie viel brauchen wir?

Als Orientierung gelten etwa 0,8 - 1,0 g Protein pro kg Körpergewicht pro Tag. Bei einem Körpergewicht von 80 kg entspricht das rund 64-80 g täglich. Bei sportlich aktiven Menschen oder in bestimmten Lebensphasen kann der Proteinbedarf erhöht sein. Wie hoch er im Einzelfall ist, hängt von individuellen Faktoren ab.

Warum sind alternative Proteine wichtig?

Nachhaltigkeit

  • Potenzial für geringeren Ressourcenbedarf
  • Berücksichtigung von Biodiversitätsaspekten
  • Nutzung von Nebenströmen fördert Kreislaufwirtschaft

Gesundheit und Tierwohl

  • Vielfältige Protein- und Fettsäure-zusammensetzung
  • Weniger Druck auf intensive Tierhaltung

Ernährungssicherheit

  • Mehr Vielfalt bei der Proteinversorgung
  • Regionalität, Unabhängigkeit und Zukunftsfähigkeit ermöglichen

Hinweis zur Einordnung: Aussagen zu Nährstoffen, Umweltwirkungen und möglichen Vorteilen beziehen sich im gesamten Text auf Forschungsziele, Untersuchungen oder Projektannahmen – keine zugelassenen gesundheits‑ oder umweltbezogenen Wirkungen konkreter Produkte.

Der Ansatz: Vielfalt auf den Teller, statt Verzicht.

Sie müssen Ihre Ernährung nicht komplett umstellen. PIONEER erforscht, wie neue, nachhaltige Proteinquellen Ihren alltäglichen Speiseplan ganz einfach bereichern können - zum Beispiel durch Mischprodukte (z. B. Fleisch kombiniert mit Pflanzenproteinen) oder innovative Rezepturen.
    

Dein Teller der Zukunft - Entdecke die Vielfalt

  • Was steckt dahinter? 
    • Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Soja)
    • Getreide & Pseudogetreide (Hafer, Dinkel, Amaranth)
    • Nüsse, Samen und Kerne (Mandeln, Kürbiskerne)
  • Der Vorteil: Sie sind von Natur aus proteinreich und liefern je nach Rohstoff weitere Nährstoffe. Bei regional angebauten Nutzpflanzen können zudem kurze Transportwege ein Vorteil sein.
  • Produkte im Supermarkt: Tofu, Erbsen-Patty, Tempeh

  • Was steckt dahinter? Mikro- & Makroalgen, die in speziellen, geschlossenen Systemen wachsen können. 
  • Der Vorteil: Algen können in Systemen kultiviert werden, die keine klassischen Ackerflächen benötigen. Die Forschung untersucht zudem, welches Potenzial sie für ressourceneffiziente Produktionssysteme und die Bindung von CO2 haben.
  • Produkte im Supermarkt: Wakame-Salat, Nori-Blätter (Sushi), Algenchips, Spirulina-Pulver.

  • Was steckt dahinter? Hier wird nicht der sichtbare Pilzhut genutzt, sondern das feine, proteinhaltige Fadengeflecht unter der Erde (Myzel).
  • Der Vorteil: Das Geflecht wächst wetterunabhängig in großen Behältern.  Es kann platzsparend kultiviert werden und weist eine Struktur auf, die sich für fleischähnliche Produkte eignen
  • Produkte im Supermarkt: Fleisch-Alternativen (z. B. vegetarisches Geschnetzeltes oder Patties auf Pilzbasis).

  • Was steckt dahinter? Fermentation ist ein natürlicher, traditioneller Prozess, bei dem Mikroorganismen (wie Hefen, nützliche Bakterien oder Pilze) Lebensmittel verändern. Dabei ernähren sich die Organismen von Zucker oder Stärke und scheiden neue Stoffe aus (z.B. Milchsäure wie beim Joghurt). 
  • Der Vorteil:
    • Die Erzeugung erfolgt in Anlagen, unabhängig von Wetter und Tierhaltung.
    •  Fermentationsprozesse können dazu beitragen, Geschmack, Textur und Haltbarkeit von Lebensmitteln gezielt zu beeinflussen.
    •  Zudem wird untersucht, wie sich Fermentation auf Verdaulichkeit und Nährwert auswirken kann.

Fermentation ist ein traditionelles Verfahren der Lebensmittelherstellung. In der Forschung wird untersucht, wie sich fermentative Prozesse auch für die Entwicklung neuer proteinreicher Lebensmittel nutzen lassen.

  • Was steckt dahinter? Die gezielte Aufzucht von essbaren Insekten wie Mehlwürmern oder Grillen.
  • Der Vorteil: Insekten lassen sich unter bestimmten Bedingungen auch auf geeigneten Nebenströmen oder Reststoffen aufziehen. Die Forschung untersucht, in welchen Systemen dies ressourceneffizient möglich ist.
  • Produkte im Supermarkt: Proteinriegel mit Insektenmehl, geröstete Snack-Insekten, Pasta mit Insektenprotein-Anteil.

  • Was steckt dahinter? Echtes Fleisch oder Fisch, das direkt aus tierischen Zellen heranwächst. Einem Tier werden dafür einmalig wenige Zellen entnommen. In einem pflanzlichen Nährmedium wächst daraus echtes Gewebe heran - ähnlich wie beim natürlichen Wachstum im Körper.
  • Der Vorteil: Zellkultivierte Verfahren werden unter anderem mit dem Ziel erforscht, neue Wege der Proteinproduktion zu entwickeln. Dabei wird auch untersucht, wie sich Produkteigenschaften und Nährstoffprofile gezielt beeinflussen lassen.
  • Aktueller Status: Befindet sich mitten in der Entwicklung - Der regulatorische Status unterscheidet sich je nach Land.

Alle Foto KI-generiert mit Canva, außer Bild 3 (Pilzprotein), generiert mit Copilot und Bild 4 (Käse), Quelle: Formo

Die Projekte des PIONEER Netzwerks für die Zukunft der Ernährung

Im PIONEER Netzwerk arbeiten viele Projekte an der Zukunft unserer Ernährung: Sie entwickeln neue Lebensmittel im Bereich der Proteinquellen, die eine nachhaltige Ergänzung zu klassischen tierischen Produkten bieten können. Gleichzeitig wird untersucht, wie sich Herstellungsprozesse effizienter und nachhaltiger gestalten lassen. Hier ein Einblick in die Projekte: 

 

Themenwelt 1: Pflanzliche Innovationen

Dieses Projekt verbindet zwei Ziele: die Gewinnung pflanzlicher Proteine und den Schutz von Gewässern. In vielen Regionen sind Oberflächengewässer stark mit Nitrat belastet. Das Projekt nutzt genau dieses Nitrat als Nährstoffquelle, um Mikroalgen zu züchten - und gewinnt daraus proteinreiche Rohstoffe für die Lebensmittelherstellung.

Warum Algen? 

Algen wachsen schnell und benötigen wenig Fläche. Sie können Nitrat aus dem Wasser aufnehmen und dabei Protein sowie weitere Nährstoffe aufbauen.

Wie funktioniert das? 

Das Team entwickelt ein Konzept, das alle Schritte miteinander verbindet:

  1. Nitratbelastetes Wasser dient als Nährstoffquelle - die Algen können dabei Nitrat aufnehmen; untersucht wird, inwieweit dies zur Verbesserung der Wasserqualität beitragen kann.
  2. Algen wachsen kontrolliert in geschlossenen Behältern (Lichtreaktoren) und wandeln das Nitrat in Protein um.
  3. Nach der Ernte werden die Algen getrocknet und zu proteinhaltigen Rohstoffen weiterverarbeitet. Aus den gewonnenen Rohstoffen entstehen erste Produkte, etwa Pulver oder Zutaten für die Lebensmittelherstellung. Reststoffe werden dabei ebenfalls verwertet.

Das Besondere:

Das Projekt zeigt, wie Gewässerschutz und Proteinproduktion Hand in Hand gehen können – und wie Lebensmittelproduktion ressourceneffizienter gestaltet werden kann.

Dieses Projekt kombiniert Hülsenfrüchte mit Speisepilzen, um daraus neue vegane Proteinquellen zu entwickeln. Der besondere Ansatz: Essbare Pilze wie Austernpilz oder Shiitake fermentieren die Hülsenfruchtproteine – und verändern sie dabei auf interessante Weise. 

Wie funktioniert das? 

Spezielle Pilze (sogenannte Basidiomyceten) bauen Bestandteile der Hülsenfruchtproteine um durch Fermentation. Dabei kann Folgendes erreicht werden:

  • der typisch „bohnige“ Geschmack kann reduziert werden
  • bestimmte unerwünschte Inhaltsstoffe können reduziert werden
  • es entsteht eine zusätzliche Proteinquelle aus Pilzen
  • Reststoffe aus der Hülsenfruchtverarbeitung – etwa aus der Tofu- oder Lupinenquark-Herstellung – werden genutzt und zu neuen Lebensmitteln weiterverarbeitet

Welche Produkte können entstehen?

  • Milde, verträglichere Soja- und Lupinenproteine
  • Pilzprotein als weitere pflanzliche Proteinquelle
  • Vegane Alternativen zu Fleisch, Wurst, Käse und Milchprodukten

Das Besondere:

Das Projekt nutzt konsequent vorhandene Rohstoffe und Reststoffe – und entwickelt daraus neue pflanzliche Lebensmittel mit potenziell besserer Bekömmlichkeit, die im Projekt untersucht wird und milderem Geschmack.

Dieses Projekt macht einen bisher ungenutzten Rohstoff nutzbar: den Treber, der bei der Bioethanolproduktion anfällt. Dieser Reststoff enthält Proteine, die für die Lebensmittelherstellung erschlossen werden sollen – statt wie bisher überwiegend als Tierfutter.

Warum Treber? 

  • Bei der Bioethanolproduktion fällt Treber in großen Mengen an – in Deutschland allein in industriellem Maßstab. Er enthält Proteine,  deren Aminosäureprofil im Projekt auf die Eignung für die menschliche Ernährung untersucht wird.. Bisher wird er überwiegend als Tierfutter genutzt.

Wie funktioniert das? 

  1. Proteine lösen: durch Heißwasser- bzw. Dampfbehandlung und den Einsatz von Enzymen werden Pflanzenfasern abgebaut, sodass die enthaltenen Proteine freigesetzt werden 
  2. Weiterverarbeitung: Die gelösten Proteine werden zu Proteinmischungen aufbereitet
  3. Qualitätsprüfung: Geschmack, Geruch, Löslichkeit, Gelierfähigkeit, Nährwertqualität und weitere sicherheitsrelevante Eigenschaften werden untersucht

Das Besondere:

Treber fällt in der Bioethanolproduktion ohnehin an – es ist also keine zusätzliche landwirtschaftliche Fläche nötig. Der Prozess soll direkt in bestehende Bioethanolanlagen integrierbar sein, was eine schnelle und praktische Umsetzung ermöglicht.

Dieses Projekt entwickelt ein innovatives Verfahren zur Schälung von Rapssaat bei extremer Kälte. Ziel ist es, die in Raps enthaltenen Proteine für die Lebensmittelherstellung nutzbar zu machen – mit einem energieeffizienten und schonenden Prozess.

Warum Raps? 

  • Raps ist Deutschlands wichtigste Ölsaat und enthält Proteine. Die Schale von Raps bereitet bei der Verarbeitung jedoch Probleme: Sie enthält Bitterstoffe, beeinträchtigt die Proteinqualität und erschwert die Weiterverarbeitung. Eine wirksame Schälung ist daher der entscheidende erste Schritt.

Wie funktioniert das?

  1. Kühlung: extreme Abkühlung macht die Rapsschale spröde, ohne die enthaltenen Proteine zu schädigen
  2. Mechanisches Schälen: ein Doppelwalzwerk bricht die spröde Schale auf, sodass die Kerne erhalten bleiben und sauber getrennt werden können
  3. Schonende Weiterverarbeitung: die geschälten Kerne können leichter gepresst werden und liefern Rapsöl sowie Proteine mit reduziertem Bitterstoffgehalt

Das Besondere:

Das Verfahren kommt mit wenig Energie aus und schont dabei die Proteinqualität. Gleichzeitig stärkt es regionale Proteinquellen und reduziert Abhängigkeiten von Importen. Langfristig könnte das Verfahren auch auf andere Ölsaaten wie Sonnenblume oder Lein übertragen werden.

Dieses Projekt hat das Ziel, aus der Bitterlupine ein sicheres und regional produzierbares Lebensmittel zu machen.

Die Bitterlupine wächst gut in Deutschland, gehört zu den Hülsenfrüchten und enthält Proteine sowie Ballaststoffe. Ein Haken: Sie enthält von Natur aus Bitterstoffe, die vor der Nutzung entfernt werden müssen. Das Projekt entwickelt dafür ein schonendes Verfahren.

Wie wird aus der Bitterlupine ein Lebensmittel

  • Die Bitterstoffe werden durch ein schonendes Waschverfahren entfernt – das Ergebnis ist ein mildes, gereinigtes Lupinenprotein.
  • Beim Verarbeiten der Lupine entstehen Reststoffe, die weitergenutzt werden: 
    • Lupinenfasern verbessern die Textur von Fleischalternativen
    • Lupinenschalen dienen als Torfersatz im Gartenbau 
    • Keimlinge werden zu Keimöl für die Kosmetikbranche verarbeitet
    • Zudem wird untersucht, ob einzelne Bitterstoffe als natürliche Pflanzenschutzmittel genutzt werden könnten. Natürliche Zuckerbausteine werden auf einen möglichen Einsatz als präbiotische Lebensmittelbestandteile geprüft.
  • Aus dem gewonnenen Protein entstehen neue Lebensmittel, etwa Lupinen-Fleischersatz, dem durch ein Pressverfahren eine faserige, fleischähnliche Struktur gegeben wird.

Das Besondere: 

Das Projekt nutzt die Lupine vollständig, von der Bohne bis zu Schale. So entsteht aus einer regionalen Pflanze nicht nur ein neues Lebensmittel, sondern ein ganzes Verwertungskonzept mit Anwendungen in Lebensmittel, Gartenbau und Kosmetik. 

Dieses Projekt entwickelt eine neue, ressourcenschonende Technologie zur Gewinnung pflanzlicher Proteine aus Hülsenfrüchten und anderen Rohstoffen. Im Mittelpunkt steht ein kombiniertes Mehl- und Sichtverfahren, das energieeffizienter arbeitet als bisherige Prozesse und gleichzeitig eine hohe Proteinqualität anstrebt. 

Wie funktioniert das? 

  • Mahlwerk und Trennmodul werden in einem einzigen System vereint, das spart Energie, reduziert den Materialeinsatz und erhöht den Durchsatz.
  • Eine innovative Schutzgas-Kühlung verhindert Überhitzung, sodass die funktionellen Eigenschaften der Proteine erhalten bleiben
  • Das Verfahren verbessert den entscheidenden ersten Schritt der kombinierten Trocken‑Nass‑Aufbereitung – pflanzliche Proteine können so sauberer und kostengünstiger gewonnen werden.

Das Besondere:

Der Markt für pflanzliche Proteine wächst - und mit ihm der Bedarf an effizienten Produktionsverfahren. EcoProMill liefert dafür eine energie- und ressourcenschonende Technologie, die dazu beitragen soll, pflanzliche Lebensmittel effizienter zu produzieren.

Hafer ist beliebt - als Müsli, Haferdrink oder Haferflocken. Bei seiner Verarbeitung fallen jedoch große Mengen an Reststoffen an, die reich an wertvollen Inhaltsstoffen sind, bisher aber meist als Tierfutter oder Abfall enden. FunHapro möchte das ändern: Das Projekt entwickelt ein Verfahren, um aus diesen Reststoffen ein  Haferprotein mit gezielt nutzbaren technologischen Eigenschaften herzustellen. 

Was wird entwickelt: Ein Haferprotein, das:

  • gut löslich ist
  • sich aufschäumen, emulgieren und gelieren lässt
  • für neue pflanzliche Lebensmittel geeignet ist, etwa Cerealien, vegane Joghurtalternativen oder proteinreiche Snacks

Wie funktioniert das?

  • Die Reststoffe aus der Haferverarbeitung werden gezielt aufbereitet und die enthaltenen Proteine schonend gewonnen. Ziel ist ein Protein, das nicht nur ernährungsphysiologisch interessant ist, sondern sich auch technologisch gut verarbeiten lässt, also stabile Schäume bildet, Fett und Wasser verbinden kann und in verschiedenen Lebensmitteln einsetzbar ist.

Das Besondere: 

Das Projekt macht aus einem bisher wenig genutzten Reststoff einen wertvollen Rohstoff für die Lebensmittelherstellung und trägt zur Ressourceneinsparung und Abfallreduktion in der Haferverarbeitung bei. Für Unternehmen eröffnet das neue Möglichkeiten, haferbasierte Produkte zu entwickeln und ihr Sortiment zu erweitern.

Dieses Projekt entwickelt ein schonendes Verfahren, um Proteine aus Bierhefe zu gewinnen. Bierhefe ist ein Nebenprodukt der Brauereien, das bisher überwiegend als Tierfutter genutzt wird – dabei fällt es in großen Mengen und regional an.

Warum Bierhefe?

Bei der Bierproduktion entsteht jedes Jahr eine Menge Hefe. Sie ist von Natur aus proteinreich und enthält neben Protein auch Mikronährstoffe wie B-Vitamine und Mineralien.

Wie funktioniert das? 

Die Proteine werden durch einen rein physikalischen Prozess aus den Hefezellen gelöst:

  1. Vorreinigung: Die Hefe wird von Bitterstoffen und Bierrestbestandteilen befreit - für einen milderen Geschmack und gleichmäßige Qualität.
  2. Schonender Zellaufschluss: Die Zellen werden so geöffnet, dass die Proteine möglichst in ihrer natürlichen Form erhalten bleiben.
  3. Abtrennung & Aufbereitung: Die Proteine werden von Zellwand- und Begleitstoffen getrennt und weiter gereinigt. 
  4. Trocknung: Verschiedene Trocknungsverfahren werden getestet, um die funktionellen Eigenschaften der Proteine, etwa Gelbildung, Emulgierfähigkeit und Schaumbildung zu erhalten. 
  5. Anwendung: Die gewonnenen Proteine werden in Lebensmitteln wie Milch- oder Frischkäsealternativen und pflanzlichen Fleischprodukten eingesetzt und auf Geschmack, Geruch und Konsistenz geprüft.

Das Besondere:

Bierhefe wird vom Nebenprodukt zur Proteinquelle für die menschliche Ernährung. Da sie in großen Mengen und regional anfällt, entsteht so eine regionale Proteinquelle.

Dieses Projekt erforscht, wie Linsen und Mungobohnen so verwendet werden können, dass daraus funktionelle Proteine entstehen und Reststoffe genutzt werden. Beide Hülsenfrüchte gelten als vielversprechende Rohstoffe - Linsen als regionale Kulturpflanze, Mungobohnen als international zunehmend genutzter Rohstoff mit interessanten technologischen Eigenschaften, der in Europa bisher kaum eingesetzt wird.

Wie funktioniert das? 

  1. Die Saaten werden zunächst geschält und voneinander getrennt 
  2. Proteingewinnung erfolgt in drei Schritten: 
    1. Trockentrennung: Feinvermahlung und Lufttrennung liefern eine proteinreiche Fraktion
    2. Reinigung: Lebensmitteltaugliche Lösungsmittel entfernen unerwünschte Stoffe wie Bitterstoffe und Verbindungen, die die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen können.
    3. Fermentation: Mithilfe von Milchsäurebakterien werden weitere unerwünscht Stoffe abgebaut, das verbessert Geschmack und technologische Eigenschaften der Proteine.
  3. Reststoffnutzung: Schalen und weitere Nebenprodukte werden nicht entsorgt, sondern gezielt weiterverwertet. 
  4. Anwendung: Die gewonnenen Proteine werden in Fleisch- und Wurstalternativen, Milchalternativen und Backwaren eingesetzt und erprobt.
  5. Verbraucherakzeptanz: Workshops, Akzeptanzstudien und gezielte Kommunikation sorgen dafür, dass die entwickelten Produkte auch am Markt und bei Konsumenten ankommen.

Das Besondere: 

Das Projekt verbindet technologische Entwicklung mit Blick auf den Markt und bezieht Verbraucherinnen und Verbraucher aktiv in den Prozess ein. So sollen nicht nur neue Proteinquellen erschlossen, sondern auch praxistaugliche Produkte entwickelt werden, die tatsächlich Akzeptanz finden.

Projektwebseite

Dieses Projekt verarbeitet Erbsen, Linsen und Ackerbohnen so, dass daraus natürlich proteinreiche Mehle entstehen – geeignet für Brot, Gebäck und Nudeln. Das Besondere daran: Das entwickelte Verfahren kommt vollständig ohne Wasser aus und ist dabei energieeffizient. 

Warum heimische Hülsenfrüchte? 

Erbsen, Linsen und Ackerbohnen wachsen in Deutschland und sind als heimische Kulturpflanzen regional verfügbar. Sie eignen sich gut als regionale Grundlage für pflanzliche Proteinmehle.

Wie funktioniert das? 

  1. Schonendes Zerkleinern: Die Hülsenfrüchte werden stufenweise zerkleinert. Dabei entstehen verschiedene feine Mehlsorten, die sich in Korngröße und Proteingehalt unterscheiden. 
  2. Trennung per Luftstrom: Ein Luftstrom trennt die feinen, proteinreichen Partikel von gröberen, stärkereichen – ganz ohne Hitze, Wasser oder Chemikalien.
  3. Anwendung: Die gewonnenen Mehle werden für glutenfreie Gebäcke, Brote und Nudeln eingesetzt und erprobt. 

Das Besondere: 

Das Verfahren kommt ohne Wasser und mit wenig Energie aus – und nutzt dabei Rohstoffe, die direkt aus Deutschland stammen. Die gewonnenen Mehle lassen sich vielseitig einsetzen: in Broten, Snacks, Nudeln und mehr. 

Luzerne wird bisher fast ausschließlich als Tierfutter genutzt – dabei steckt in der Pflanze ein interessantes Potenzial als Proteinquelle für die menschliche Ernährung. Das Projekt untersucht, wie sich Luzerne zu einem sicheren und regional produzierbaren Lebensmittelrohstoff entwickeln lässt.

Was macht das Projekt? 

  1. Protein gewinnen: Luzerne enthält Blattprotein. Das Projekt entwickelt Verfahren, um dieses Protein schonend zu gewinnen, zu reinigen und für die Lebensmittelherstellung nutzbar zu machen.
  2. Unerwünschte Stoffe entfernen: Natürliche Pflanzenstoffe, die die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen können, werden gezielt reduziert – dabei werden die empfindlichen Proteine so weit wie möglich geschützt.
  3. Funktionelle Eigenschaften entwickeln: Ziel ist ein Protein, das sich schäumen, gelieren oder emulgieren lässt – und damit für pflanzliche Lebensmittel wie Milch- oder Käsealternativen sowie pflanzliche Fleischprodukte geeignet ist.
  4. Nachhaltiger Gesamtprozess: Vom Pflanzensaft über die Proteingewinnung bis hin zu haltbarem Proteinpulver soll der gesamte Prozess so gestaltet werden, dass er möglichst ressourcenschonend und praxistauglich ist.

Das Besondere: 

Luzerne ist in Deutschland gut anbaubar und wurde bisher für die menschliche Ernährung kaum erschlossen. Das Projekt öffnet einen neuen Weg – von der Futterpflanze zur regionalen Proteinquelle für pflanzliche Lebensmittel.

Themenwelt 2: Fermentierte Proteinquellen

Dieses Projekt nutzt Erbsen und ihre Reststoffe (z.B. Schalen) und lässt sie mithilfe von Speisepilzen durch natürliche Fermentation zu neuen pflanzlichen Lebensmitteln werden. Entstehen sollen zum Beispiel ein Tempeh aus Erbsen oder Pilzprotein als Basis für Aufschnitt und vegane Wurst. 

Warum Speisepilze? 

Speisepilze werden seit Jahrhunderten in der Küche verwendet und gelten als sicher. Im Fermentationsprozess können sie Ballaststoffe und Proteine aufschließen, milde und nussige Aromen erzeugen, eine feste, bissfeste Textur entwickeln und gut auf pflanzlichen Reststoffen wachsen.

Wie kommt Vitamin B₁₂ in das Produkt? 

Im Projekt wird untersucht, ob und unter welchen Bedingungen sich im Fermentationsprozess auch Vitamin B₁₂ relevante Aspekte ergeben.

Wie kommt Vitamin D₂ in das Produkt?

Untersucht wird außerdem, ob sich der Vitamin D₂-Gehalt durch geeignete Behandlungsschritte beeinflussen lässt.

Was bedeutet „Nebenströme“?

Nebenströme sind verwertbare pflanzliche Reststoffe, die bei der Produktion anfallen, - etwa Schalen, Bruchstücke oder Stärkefasern aus der Erbsenverarbeitung. Statt als Abfall oder Tierfutter zu enden, sollen sie hier gezielt weitergenutzt werden.

Dieses Projekt entwickelt gereifte, tierfreie Käsealternativen, die in Aroma, Cremigkeit und Geschmack klassischem Käse nahekommen sollen – ganz ohne Kuhmilch. Dafür kombiniert das Projektteam zwei innovative Ansätze. 

Wie funktioniert das? 

  1. Tierfreie Milchproteine: Mithilfe von Mikroorganismen werden Proteine hergestellt, die in ihrer Struktur den Proteinen aus Kuhmilch ähneln – ohne den Einsatz von Tieren.
  2. Pflanzliche Fettmischungen: Geeignete pflanzliche Fette werden so kombiniert, dass sie Schmelz, Mundgefühl und Aroma von Käse möglichst gut nachbilden. 

Was untersucht das Projekt?

  • Wie sich tierfreie Milchproteine reifen lassen, damit typische Käsearomen entstehen können
  • Welche Starter- und Reifungskulturen geeignete Geschmacksprofile erzeugen
  • Welche Fettmischungen zu einer cremigen Textur und käsetypischen Geschmack beitragen
  • Wie ein Produkt entwickelt werden kann, das Verbraucherinnen und Verbraucher geschmacklich überzeugt
  • Wie der Prozess im Vergleich zur klassischen Käseherstellung aus Kuhmilch einzuordnen ist

Das Besondere: 

REALKAE zeigt, wie moderne Fermentation und pflanzliche Rohstoffe zusammenkommen können, um eine neue Generation gereifter Käsealternativen zu entwickeln.

Dieses Projekt entwickelt ein neues veganes Lebensmittel aus dem Myzel essbarer Pilze. Das Myzel - das fadenartige Geflecht von Pilzen - eignet sich von Natur aus gut, um eine faserige, fleischähnliche Struktur zu erzeugen. 

Wie funktioniert das? 

  1. Pilzmyzel wächst schnell und benötigt wenig Platz und Wasser. Es enthält u.a. Protein und Ballaststoffe.
  2. Regionale Reststoffe aus der Lebensmittelproduktion dienen als Nährboden für das Myzel – so werden vorhandene Rohstoffe sinnvoll weitergenutzt. 
  3. Das Myzel wird in einem neu entwickelten Kultivierungsbehälter gezüchtet, der energiesparender und kostengünstiger sein soll als klassische Bioreaktoren. 
  4. Durch ein Pressverfahren erhält das Myzel eine faserige, saftige Struktur, die Fleisch ähnelt.

Was untersucht das Projekt? 

BASOMEAT geht der Frage nach, wie Fleischalternativen entwickelt werden können, die Reststoffe einbeziehen, regional produzierbar sind und deren Nährwertzusammensetzung gezielt gestaltet werden kann – mit dem Ziel einer effizienten Nutzung vorhandener Ressourcen. 

Das Besondere: 

Das Projekt zeigt, wie aus einem natürlichen, schnell wachsenden Rohstoff und regionalen Reststoffen ein neues pflanzliches Lebensmittel entstehen kann  und dabei landwirtschaftliche Flächen möglichst effektiv nutzen.

Dieses Projekt entwickelt eine neue Art von veganem Fischfilet, das durch die gemeinsame Fermentation von Mikroalgen und Pilzmyzel entsteht. Ziel ist ein pflanzliches Produkt, das Weißfisch in Geschmack und Textur möglichst nahekommen soll.

Wie funktioniert das?

  1. Mikroalgen und das fadenartige Geflecht von Speisepilzen werden kombiniert und gemeinsam fermentiert. So entsteht ein proteinreiches Produkt, das in Geschmack, Textur und Nährwert echtem Weißfisch ähneln soll.
  2. Mikroalgen und Pilzmyzel sollen auf Reststoffen aus der Agrar und Lebensmittelproduktion wachsen. So werden vorhandene Rohstoffe weitergenutzt und Abfälle reduziert.
  3. Im Projekt wird auch untersucht, inwieweit sich Omega-3-Fettsäuren aus Algen in das Produkt einbringen lassen.Das entwickelte Fischfilet wird sowohl in Korea als auch in Deutschland von Verbraucherinnen und Verbrauchern getestet und auf Basis des Feedbacks weiterentwickelt.

Warum ist das relevant?  

Ein Großteil der globalen Fischbestände gilt als vollständig genutzt, ein erheblicher Anteil als überfischt. Gleichzeitig enthalten viele pflanzliche Fischalternativen kein natürliches Omega-3. Mamy untersucht, ob eine pflanzliche Alternative entwickelt werden kann, die Fisch geschmacklich nahekommen und dabei die langfristig zu einer geringeren Abhängigkeit von marinen Ressourcen beitragen könnte.

Das Besondere: 

Das Projekt verbindet zwei natürliche Rohstoffe - Mikroalgen und Pilzmyzel - zu einem neuen pflanzlichen Produkt und bezieht Verbraucherinnen und Verbraucher aus zwei verschiedenen Kulturen aktiv in die Entwicklung ein.

Dieses Projekt entwickelt neue Alternativen zu klassischen Molkereiprodukten– und nutzt dafür gleich zwei bisher wenig genutzte Rohstoffe: Speisepilz‑Myzel und saure Molke, ein Reststoff aus der Molkereiwirtschaft.

Wie funktioniert das? 

Saure Molke - ein schwer verwertbarer Reststoff, der in der Molkereiwirtschaft in großen Mengen anfällt - wird zu einer Basis aufbereitet, auf der essbares Pilzmyzel wachsen kann. Das Myzel enthält Protein und Ballaststoffe und entwickelt einen milden, herzhaften Geschmack. Aus dem gewonnenen Myzel sollen drei neue pflanzliche Produkte entwickelt werden: eine Milchalternative, ein Frischkäseersatz und ein Weichkäseersatz. Gezielt wird dabei an Textur, Geschmack und Mundgefühl gearbeitet, damit die Produkte klassischen Milchprodukten möglichst nahekommen. 

Das Besondere: 

Saure Molke fällt industrieweit in großen Mengen an und ist bisher aufwendig zu entsorgen. Das Projekt zeigt, wie dieser Reststoff als Grundlage für neue pflanzliche Lebensmittel dienen kann – ohne zusätzliche landwirtschaftliche Flächen zu beanspruchen.

Dieses Projekt entwickelt eine neue Proteinquelle aus Pilzmyzel, das auf Reststoffen der Zuckerproduktion wächst. Aus dieser Pilzbiomasse entstehen hybride Produkte – eine Kombination aus Pilzmyzel und Fleisch – wie Bratwurst oder Brotbeläge, die in Geschmack und Textur klassischer Wurst ähneln sollen.

Wie funktioniert das?

  • Pilze wachsen auf zerkleinerten Rübenschnitzeln - einem Reststoff der Zuckerindustrie – und wandeln diese in Biomasse um. 
  • Die gewonnene Pilzbiomasse wird mit Fleisch kombiniert, um hybride Wurstprodukte zu entwickeln. 
  • Textur, Biss und Aroma werden gezielt optimiert, damit die Produkte geschmacklich überzeugen.
  • Langfristig soll geprüft werden, welche regulatorischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit die neue Proteinquelle im Lebensmittelbereich eingesetzt werden kann

Das Besondere: 
HyMycoMeat nutzt Reststoffe der Zuckerindustrie als Grundlage für eine neue Proteinquelle – ohne zusätzliche Anbauflächen zu beanspruchen. So entsteht eine regionale Ergänzung zu bestehenden Fleisch- und Sojaangeboten.

 
 

Themenwelt 3: Insektenbasierte Lebensmittel

Dieses Projekt erforscht, wie die Larven der Schwarzen Soldatenfliege als neue Proteinquelle für Menschen nutzbar gemacht werden können – von der Zucht bis zum fertigen Lebensmittel.

Wie funktioniert das? 

  1. Nachhaltige Aufzucht: Die Larven wachsen auf Reststoffen aus der Lebensmittelproduktion – etwa Kartoffelschalen oder Resten aus Molkereien. So werden vorhandene Reststoffe weitergenutzt und Abfälle reduziert.
  2. Proteingewinnung: Aus den Larven wird ein hygienisch sicheres Proteinmehl gewonnen.
  3. Produktentwicklung: Aus dem Proteinmehl werden Brühwurst und Leberwurst entwickelt und sensorisch getestet – also auf Geschmack, Geruch und Konsistenz geprüft. 
  4. Verbraucherakzeptanz: Ein großes Verbraucherpanel bewertet die Produkte und gibt Auskunft über seine Einstellung zu Insekten als Lebensmittel.

Das Besondere: 
Die Schwarze Soldatenfliege wächst schnell, benötigt wenig Wasser und Fläche und kann auf verschiedensten Reststoffen aufgezogen werden. Das Projekt untersucht, wie diese Eigenschaften für eine kreislauforientierte Proteinproduktion genutzt werden können. 

Dieses Projekt entwickelt neue Lebensmittel auf Basis der Schwarzen Soldatenfliege – einer Insektenart, die in der EU unter bestimmten Voraussetzungen für den Einsatz in Lebensmitteln relevant ist.

Wie funktioniert das? 

  • Es wird untersucht, ob landwirtschaftliche Reststoffe wie Grünschnitt, Apfeltrester oder Rübenblätter als Futter für die Larven genutzt werden können, anstelle von Getreide. Das könnte die Zucht ressourcenschonender gestalten.
  • Moderne Verfahren und intelligente Steuerung sollen die Aufzucht der Insektenlarven effizienter machen und dabei Energieverbrauch und Abfall reduzieren.
  • Aus den Larven wird Proteinmehl gewonnen, das speziell für den Einsatz in Lebensmitteln aufbereitet, entfettet und geschmacklich optimiert wird.
  • Daraus entstehen verschiedene Lebensmittelprototypen – etwa pflanzliche Fleischalternativen, Frühstückscerealien und Backmischungen.

Das Besondere:
Das Projekt untersucht, wie Insekten als Proteinquelle in bestehende Produktionsketten integriert werden können - von der ressourcenschonenden Aufzucht auf Reststoffen bis hin zu konkreten Lebensmittelprodukten, die auf Verbraucherakzeptanz geprüft werden. 

Dieses Projekt erforscht, wie die Hausgrille (Acheta domesticus) zu einer sicheren und gut nutzbaren Proteinquelle für die menschliche Ernährung werden kann. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl die Qualität des gewonnenen Proteins als auch die Entwicklung effizienter und schonender Produktionsverfahren.

Was passiert im Projekt? 

  1. Proteinqualität verstehen: Es wird untersucht, welche Proteine und Aminosäuren in Grillen enthalten sind und wie gut sie vom menschlichen Körper aufgenommen werden können. 
  2. Schonende Verfahren entwickeln: Neue Aufbereitungsverfahren werden entwickelt, um das Protein so zu gewinnen, dass es sensorisch vielseitig einsetzbar ist.
  3. Intelligente Produktionssteuerung: Moderne Sensoren sollen den Prozess überwachen und Qualität, Effizienz und Produktsicherheit verbessern.
  4. Ressourcenschonende Produktionsketten: Es wird untersucht, wie die gesamte Produktionskette möglichst ressourcenschonend gestaltet werden kann. 

Themenwelt 4: Zellkultivierte Proteinquellen

Dieses Projekt entwickelt die wissenschaftliche Grundlage für Fischprodukte, die nicht aus dem Meer stammen, sondern aus Zellkulturen. Dafür werden spezielle Zellen aus lachsartigen Fischen gewonnen und so weiterentwickelt, dass sie im Bioreaktor wachsen und Fischfett bilden können.

Was wird gemacht? 

  1. Stabile Zelllinien entwickeln: Es werden Zelllinien etabliert, die dauerhaft kultiviert werden können und als Grundlage für die Fettproduktion dienen.
  2. Fett aus Zellen gewinnen: Das erzeugte Fett bildet später einen wichtigen Bestandteil späterer Produktkonzepte– dieser Aspekt wird im Projekt gezielt untersucht.
  3. Verbraucherverständnis aufbauen: Das Projekt untersucht, wie Menschen zellkultiviertem Fisch gegenüberstehen und wie Verbraucherinnen und Verbraucher diese Technologie wahrnehmen und welche Informationen für die Einordnung wichtig sind.
  4. Marktstrategien entwickeln: Auf Basis der Forschungsergebnisse werden Kommunikations- und Vermarktungsansätze erarbeitet.

Das Besondere:

Überfischung, Umweltgifte in Meeresfischen und ethische Fragen rund um die Fischerei stellen die langfristige Versorgung mit Fisch zunehmend vor Herausforderungen. INVERS arbeitet an einer Technologie, die untersucht, ob Fischgenuss und Ressourcenschonung zusammengedacht werden können – ohne das Ökosystem Meer zu belasten.

Dieses Projekt erforscht, wie aus tierischen Stammzellen echtes Fleisch hergestellt werden kann ohne konventionelle Tierhaltung, die für das Endprodukt zu benötigt wird. Genutzt werden Zellen vom Schwein, die zu Muskelgewebe heranwachsen können. 

Was macht das Projekt?

  1. Stammzellen gezielt entwickeln: Es werden moderne, tierfreie Methoden entwickelt, um Stammzellen so zu stimulieren, dass sie zu Muskelgewebe heranwachsen. 
  2. Fleischstruktur nachbilden: Die Zellen wachsen auf Trägermaterialien aus Algen, die wie kleine Schwämme funktionieren und dem späteren Produkt eine fleischähnliche Textur geben sollen. 
  3. Skalierbares Verfahren entwickeln: Der Prozess soll so gestaltet werden, dass er kostengünstig und in größeren Anlagen umsetzbar ist.
  4. Grundlage für die Industrie schaffen: Am Ende soll ein funktionsfähiger Herstellungsprozess stehen, den Unternehmen für die Produktion von kultiviertem Fleisch nutzen können.

Das Besondere: 

MOSTIME entwickelt keine fertigen Produkte, sondern die wissenschaftliche und technologische Grundlage, damit kultiviertes Fleisch künftig nicht nur im Labor, sondern auch in der Praxis herstellbar wird.

 
 

Themenwelt 5: Ansätze zur Akzeptanz und Nachhaltigkeitsförderung

Dieses Projekt untersucht, wie Hülsenfrüchte - etwa Bohnen, Erbsen, Linsen - und moderne Produkte daraus im Körper wirken. Verglichen werden traditionelle Gerichte wie Linseneintopf mit neueren Produkten aus Hülsenfruchtmehl oder -extrakten. Ziel ist es, eine faktenbasierte Grundlage für Forschung und Produktentwicklung zu schaffen.

Was wird gemacht? 

  1. Produktcheck: Traditionelle Gerichte und neue Produkte aus Hülsenfrüchten werden verglichen – hinsichtlich ihrer Zusammensetzung und Qualität. 
  2. Verdauung & Verfügbarkeit: In Labortests wird untersucht, wie gut Proteine und Kohlenhydrate aus den verschiedenen Produkten vom Körper aufgenommen werden können.
  3. Humanstudie: In einer kontrollierten Ernährungsstudie wird geprüft, ob innovative Hülsenfruchtprodukte ähnliche Wirkungen zeigen wie klassisch zubereitete Hülsenfrüchte.

Das Besondere: 

EatLegu liefert wissenschaftliche Daten darüber, was beim Verzehr von Hülsenfrüchten und daraus gewonnenen Produkten im Körper passiert – und schafft damit eine fundierte Grundlage für künftige Produkt- und Ernährungsempfehlungen.

Dieses Projekt untersucht, wie regional angebaute Kichererbsen schnell und praxisnah in bestehende Lebensmittelproduktionsketten integriert werden können - vom Acker über die Küche bis in den Handel und die Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen und Kantinen.

Was wird gemacht? 

  1. Anbau & Qualität: Verschiedene Kichererbsen-Typen werden regional angebaut und auf Ertrag, Qualität und Eignung für die Lebensmittelnutzung geprüft. 
  2. Qualitätskriterien entwickeln: Kriterien für Lebensmittelqualität, -sicherheit und Nährwertaspekte werden für verschiedene Produkte erarbeitet – etwa für Hummus, Röstprodukte oder Konserven.
  3. Verbrauchereinblicke gewinnen: Anforderungen aus der Praxis und Wünsche von Verbraucherinnen und Verbrauchern werden erhoben. Sensoriktests zeigen, welche Kichererbsen-Typen sich für welche Verwendung am besten eignen.
  4. Netzwerk aufbauen: Im Praxislabor „Kichererbse" vernetzt CiceRegio Landwirte, Lebensmittelproduzenten, Handel, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung – für eine schnelle Umsetzung in der Praxis.

Das Besondere:

Kichererbsen werden in Deutschland bisher kaum angebaut und meist importiert. CiceRegio schafft die Grundlage für eine regionale Produktion – mit einheitlichen Qualitätskriterien und einem Netzwerk, das alle Stufen vom Anbau bis zum fertigen Produkt verbindet.

Dieses Projekt untersucht, wie sich eine hülsenfruchtreiche Ernährung auf ausgewählte Gesundheitsparameter älterer Menschen mit erhöhtem Risiko für Herz‑Kreislauf‑ und neurodegenerative Erkrankungen auswirken kann – im Vergleich zu einer typischen westlichen Ernährung. Grundlage ist die sogenannte Planetary Health Diet, ein wissenschaftlich entwickeltes Ernährungskonzept, das pflanzliche Lebensmittel in den Mittelpunkt stellt.  

Zwei Studien – zwei Perspektiven:

  1. Kurzzeitstudie: Es wird untersucht, ob und wie sich eine hülsenfruchtreiche Mahlzeit kurzfristig auf ausgewählte Gesundheitsparameter auswirkt – etwa auf Blutzucker, Blutfette, Entzündungsmarker oder das Sättigungsgefühl.
  2. Langzeitstudie: Über einen Zeitraum von sechs Wochen wird geprüft, wie sich eine hülsenfruchtreiche Ernährung auf ausgewählte Gesundheitsparameter auswirken kann.

Das Besondere:

Der Einfluss von Hülsenfrüchten auf die Gesundheit ist im Ernährungsmuster-Kontext bisher kaum untersucht worden. LeguPlan liefert wissenschaftliche Daten speziell für ältere Menschen – eine Gruppe, für die fundierte Ernährungsdaten besonders relevant sind.

Dieses Projekt untersucht, wie Menschen in Deutschland dazu motiviert werden können, häufiger heimische Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Linsen und Lupinen in ihren Alltag zu integrieren. Der Konsum von Hülsenfrüchten liegt in Deutschland deutlich unter den allgemeinen Ernährungsempfehlungen. Das Projekt will herausfinden, was Menschen bisher davon abhält und wie Hülsenfrüchte attraktiver und alltagstauglicher werden können.

Was wird gemacht? 

  1. Verbraucherverständnis aufbauen: Es wird untersucht, was Menschen an Hülsenfrüchten schätzen und was sie vom Konsum abhält – und welche Hülsenfrüchte sich besonders gut für den Alltag eignen.
  2. Alltagstaugliche Rezepte entwickeln: Neue Rezepte werden entwickelt und erprobt, die sich einfach in den Alltag integrieren lassen.
  3. Sichtbarkeit im Handel erhöhen: Es wird untersucht, wie Hülsenfrüchte im Supermarkt besser präsentiert werden können, um die Kaufentscheidung zu erleichtern.
  4. Zielgruppengerechte Kommunikation: Es wird erprobt, wie Hülsenfrüchte auf sozialen Medien, Kochplattformen und Rezeptforen zielgruppengerecht vermittelt werden können.
  5. Umweltaspekte untersuchen: Es wird analysiert, welche Umweltaspekte mit dem Anbau und Konsum verschiedener Hülsenfrüchte verbunden sind.

Das Besondere:

StrahL setzt nicht nur auf Produktentwicklung, sondern nimmt den gesamten Weg in den Blick – von der Kommunikation über den Handel bis hin zur Küche. So soll eine nachhaltigere Ernährungsweise im Alltag erlebbar gemacht werden.

Ergebnisse der Marktanalyse  Marktanalyse

Dieses Projekt entwickelt Wege, wie heimische Hülsenfrüchte – etwa Erbsen, Bohnen und Linsen – häufiger in Kantinen, Mensen und anderen Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung eingesetzt werden können. Da dort ein großer Teil der täglichen Mahlzeiten eingenommen wird, bietet die Gemeinschaftsverpflegung einen starken Ansatzpunkt, um pflanzliche Proteinquellen im Alltag sichtbarer zu machen.

Wie funktioniert das? 

  1. Verbrauchererwartungen verstehen: Es wird erhoben, was Gäste in Kantinen und Mensen erwarten und was sie dazu bewegt, Hülsenfruchtgerichte zu wählen.
  2. Neue Gerichte entwickeln: Schmackhafte, alltagstaugliche Kantinengerichte mit Hülsenfrüchten werden entwickelt und erprobt.
  3. Praxistests: Die entwickelten Rezepte werden direkt in der Gemeinschaftsverpflegung getestet und auf Basis des Feedbacks weiterentwickelt.
  4. Regionale Produktionsketten stärken: Es wird untersucht, wie regionale Hülsenfruchtprodukte besser in die Beschaffung von Kantinen und Mensen eingebunden werden können.
  5. Wissen weitergeben: Erkenntnisse aus dem Projekt werden gezielt an Küchenpersonal, Betreiber und weitere Akteure in der Gemeinschaftsverpflegung weitergegeben.

Das Besondere: 

LINSE setzt dort an, wo viele Menschen täglich essen – und will durch positive Alltagserfahrungen das Interesse an Hülsenfrüchten auch im privaten Umfeld stärken. So können kleine Veränderungen im Speiseplan eine breite Wirkung entfalten.

https://huelsenheld.thuenen.de/ 

Praxisteil: So einfach geht Zukunft

Rezepte & Tipps

Hier ein paar Alltagstipps, wie es gelingen kann, alternative Proteine in die Ernährung zu integrieren:

  1. Die Reduktions-Methode (Halb-Halb): Tauschen Sie bei Klassikern wie Chili con Carne oder Bolognese einfach 50 % des Hackfleisches gegen Linsen aus. 
  2. Klassiker neu interpretiert: Probieren Sie Chili sin Carne komplett mit Linsen oder Soja-Hack 
  3. Das Power-Frühstück: Ergänzen Sie Müsli oder Bowls mit Hafer, Nüssen und Samen, um sie protein- und ballaststoffreicher zu gestalten..
  4. Sättigende Salate: Machen Sie Kichererbsen, Tofu oder Tempeh zum Star Ihres Salats.
  5. Snack-Ideen für zwischendurch: Hummus mit Gemüsesticks, Edamame oder Nussmixe sind super Begleiter für zwischendurch.